Betreuung einer Patientin mit Kinderwunsch (#111 Iteration 11)
Von der Beratung bis hin zur Verschreibung – die Kommunikation zwischen dem medizinischen Team und der Frau mit Typ-1-Diabetes, die eine Schwangerschaft erwägt, ist von entscheidender Bedeutung. Ein frühzeitiges und offenes Gespräch über die Diabetes-Therapieoptionen kann nicht nur im Hinblick auf das Glukosemanagement, sondern auch für den Verlauf der Schwangerschaft und das Wohlbefinden der werdenden Mutter von großem Nutzen sein.
Die Familienplanung ist für Frauen mit Typ-1-Diabetes unerlässlich, da die Risiken einer ungeplanten Schwangerschaft die Risiken aller derzeit verfügbaren Verhütungsmethoden überwiegen1.
Die Bedeutung des Glukosemanagements in der Planungsphase
Auch wenn die Schwangerschaftsoutcomes von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sind2, scheint die im schwangerschaftsspezifischen Zielbereich von 63–140 mg/dL verbrachte Zeit (TIRp)3 der Faktor zu sein, der am stärksten mit den Risiken für Mutter und Kind korreliert4. Jede Verlängerung der TIR um 5 % ist mit besseren geburtshilflichen und neonatalen Ergebnissen verbunden5.
Frauen, die die Blutzucker-Zielwerte in der Schwangerschaft nicht erreichen, haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene Komplikationen, die mit Diabetes in der Schwangerschaft verbunden sind, wie z. B. Geburtsfehler, Präeklampsie, übermäßige Fruchtwasservermehrung und Makrosomie.4
Wie automatisierte Insulinabgabe-Systeme (AID) helfen können
Ziel eines AID-Systems ist es, der Patientin zu helfen, den Blutzuckerspiegel vor der Schwangerschaft so weit wie möglich an den Zielwert anzunähern und die Herausforderungen des Diabetes-Managements in der Schwangerschaft so zu verringern, dass Schwankungen des Glukosespiegels sowie die Auswirkungen auf den Lebensstil und das Wohlbefinden möglichst gering gehalten werden.
Das automatisierte Insulinabgabe-System (AID) myLoop besteht aus drei Hauptkomponenten, die miteinander kommunizieren: einem System zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung (CGM), der YpsoPump Insulinpumpe und der CamAPS FX App.
Die bisher größte randomisierte Kontrollstudie6 zur Bewertung der Auswirkungen einer Insulinabgabe im Closed-Loop während Schwangerschaften bei Typ-1-Diabetes – die AiDAPT-Studie – zeigt, dass die AID-Therapie mit CamAPS FX die mütterliche Blutzuckerkontrolle deutlich verbessert6.
Die Frauen, die CamAPS FX verwendeten (n = 61), verbrachten mehr Zeit im schwangerschaftsspezifischen Zielbereich und wiesen niedrigere durchschnittliche Glukose- und HbA1c-Werte auf als die Frauen der Kontrollgruppe (n = 63).
Diese Verbesserung wurde erreicht, ohne dass es einen Unterschied in der Zeit gab, die im hypoglykämischen Bereich verbracht wurde.
Die Vorteile wurden unmittelbar nach dem Beginn der Nutzung von CamAPS FX beobachtet und hielten während der gesamten Schwangerschaft an.
Warum ein AID-System für jede Frau im gebärfähigen Alter zu empfehlen ist
Jeder Mensch, der mit Typ-1-Diabetes lebt, könnte von der besseren Glukosekontrolle und dem Komfort eines AID-Systems profitieren. Bei Frauen im gebärfähigen Alter gibt es dafür drei Gründe:
Bis zu 50 % der Schwangerschaften bei Typ-1-Diabetes sind ungeplant7,8. Je besser der Diabetes vor der Empfängnis behandelt wird, desto besser sind die Ergebnisse für die Frau und ihr zukünftiges Baby.
Der Einstieg in das AID-System erfordert eine Schulung und die Gewöhnung an das System. Diese Phase vor der Schwangerschaft zu durchlaufen, kann die mit einer Schwangerschaft verbundenen Herausforderungen erleichtern.
Die meisten Insulinpumpenverträge haben eine Laufzeit von mehreren Jahren. Daher könnte die Empfehlung eines AID-Systems, das für den Einsatz in der Schwangerschaft freigegeben ist, die beste Option für diese Patientinnen sein – unabhängig davon, ob sie derzeit eine Schwangerschaft planen oder nicht.